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Was sind CFDs? Funktionsweise, Risiken und Strategien

Zuletzt aktualisiert: Februar 2026 · Lesezeit: 12 Min.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was sind CFDs?
  2. Wie funktionieren CFDs?
  3. Welche Märkte kann man mit CFDs handeln?
  4. Vorteile von CFDs
  5. Risiken von CFDs
  6. CFD-Regulierung in Deutschland
  7. CFD-Trading Strategien für Einsteiger
  8. Häufige Fehler beim CFD-Handel
  9. Fazit

1. Was sind CFDs?

CFD steht für „Contract for Difference" — auf Deutsch „Differenzkontrakt". Dabei handelt es sich um ein derivatives Finanzinstrument, das es Anlegern ermöglicht, auf die Kursbewegung eines Basiswerts zu spekulieren, ohne diesen tatsächlich zu besitzen. Der Vertrag wird zwischen dem Trader und dem Broker geschlossen. Beim Schließen der Position wird die Differenz zwischen dem Eröffnungs- und dem Schlusskurs abgerechnet — daher der Name.

CFDs entstanden in den frühen 1990er-Jahren in London, ursprünglich als Instrument für institutionelle Anleger, um Stempelsteuern auf Aktientransaktionen zu umgehen. Seit der Verbreitung des Online-Handels in den 2000er-Jahren sind CFDs auch für Privatanleger zugänglich geworden. Heute gehören sie zu den meistgehandelten Derivaten in Europa.

Wichtig zu verstehen ist: Beim CFD-Handel kaufen Sie keine Aktie, keinen Rohstoff und keine Währung. Sie schließen lediglich einen Vertrag ab, der die Wertentwicklung eines Basiswerts nachbildet. Das bedeutet, dass Sie weder Stimmrechte bei Aktien-CFDs erhalten noch physische Lieferung bei Rohstoff-CFDs erwarten können.

2. Wie funktionieren CFDs?

Long und Short gehen

Einer der wesentlichen Vorteile von CFDs ist die Möglichkeit, sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse zu setzen. Wenn Sie erwarten, dass der Kurs eines Basiswerts steigt, eröffnen Sie eine „Long-Position" (Kauf). Erwarten Sie hingegen einen Kursrückgang, gehen Sie „Short" (Verkauf). Diese Flexibilität unterscheidet CFDs fundamental von traditionellen Aktieninvestitionen, bei denen Leerverkäufe deutlich komplizierter umzusetzen sind.

Hebelwirkung (Leverage)

CFDs werden mit Hebel gehandelt. Das bedeutet, dass Sie nur einen Bruchteil des tatsächlichen Positionswerts als Sicherheitsleistung hinterlegen müssen — die sogenannte Margin. In der EU gelten seit 2018 durch die ESMA-Regulierung folgende maximale Hebel für Privatanleger:

Margin erklärt

Die Margin ist die Sicherheitsleistung, die Sie bei Ihrem Broker hinterlegen, um eine CFD-Position zu eröffnen. Es gibt zwei Arten: Die Eröffnungsmargin (Initial Margin) ist der Betrag, der zur Eröffnung einer Position erforderlich ist. Die Haltemargin (Maintenance Margin) ist der Mindestbetrag, der auf Ihrem Konto verbleiben muss, damit die Position offenbleibt. Fällt Ihr Kontostand unter die Haltemargin, erhalten Sie einen Margin Call — eine Aufforderung, zusätzliches Kapital einzuzahlen oder Positionen zu schließen.

Beispielrechnung

Nehmen wir an, Sie möchten eine Long-Position auf den DAX eröffnen, der aktuell bei 18.500 Punkten steht. Sie handeln 1 CFD-Kontrakt, wobei jeder Punkt 1 Euro wert ist:

Dieses Beispiel verdeutlicht die doppelte Natur des Hebels: Er verstärkt sowohl Gewinne als auch Verluste erheblich. Eine Kursbewegung von nur 1,08 % führt zu einer Rendite bzw. einem Verlust von 21,6 % bezogen auf den eingesetzten Betrag.

3. Welche Märkte kann man mit CFDs handeln?

CFDs bieten Zugang zu einer beeindruckend breiten Palette von Finanzmärkten über eine einzige Handelsplattform. Dies ist einer der Hauptgründe für ihre Beliebtheit bei aktiven Tradern.

4. Vorteile von CFDs

CFDs bieten gegenüber dem direkten Kauf von Basiswerten mehrere spezifische Vorteile, die sie besonders für kurzfristig orientierte Trader attraktiv machen:

5. Risiken von CFDs

⚠ Wichtiger Risikohinweis

CFDs sind komplexe Instrumente und bergen ein hohes Risiko, aufgrund der Hebelwirkung schnell Geld zu verlieren. Laut Statistiken der europäischen Aufsichtsbehörden verlieren zwischen 65 % und 82 % der Privatanlegerkonten beim CFD-Handel Geld. Sie sollten sorgfältig prüfen, ob Sie die Funktionsweise von CFDs verstehen und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

Die Risiken des CFD-Handels sind erheblich und sollten von keinem Anleger unterschätzt werden. Im Folgenden werden die wichtigsten Risikofaktoren detailliert erläutert:

Hebelrisiko

Der Hebel ist ein zweischneidiges Schwert. Während er Gewinne vervielfachen kann, gilt dies in gleichem Maße für Verluste. Ein Hebel von 1:20 bedeutet, dass eine Kursbewegung von 5 % gegen Ihre Position Ihr gesamtes eingesetztes Kapital vernichten kann. Bei hoher Marktvolatilität — etwa während Wirtschaftsdatenveröffentlichungen oder geopolitischen Ereignissen — können die Kurse innerhalb von Sekunden so weit ausschlagen, dass signifikante Verluste entstehen.

Overnight-Finanzierungskosten

Wer CFD-Positionen über Nacht hält, zahlt Finanzierungskosten (auch Swap oder Rollover genannt). Diese basieren in der Regel auf dem Interbankenzinssatz (z. B. EURIBOR) zuzüglich eines Aufschlags des Brokers. Bei Long-Positionen zahlen Sie diese Kosten, bei Short-Positionen können Sie sie unter Umständen erhalten. Über Wochen und Monate summieren sich diese Kosten und können die Rentabilität einer Position erheblich beeinflussen.

Slippage und Gaps

In volatilen Märkten kann der tatsächliche Ausführungspreis einer Order vom erwarteten Preis abweichen — ein Phänomen, das als Slippage bezeichnet wird. Besonders gefährlich sind Overnight-Gaps: Wenn ein Markt mit einer erheblichen Kurslücke zum Vortagesschluss eröffnet, kann ein Stop-Loss weit jenseits des gesetzten Levels ausgeführt werden, was zu unerwartet hohen Verlusten führt.

Gegenparteirisiko

Da CFDs OTC-Produkte (Over the Counter) sind, handeln Sie direkt mit Ihrem Broker als Gegenpartei. Im Falle einer Insolvenz des Brokers besteht das Risiko, dass Sie Ihr eingezahltes Kapital nicht vollständig zurückerhalten. Daher ist die Wahl eines regulierten Brokers mit angemessener Einlagensicherung von entscheidender Bedeutung.

6. CFD-Regulierung in Deutschland

Der CFD-Handel in Deutschland und Europa unterliegt seit 2018 deutlich strengeren Regulierungen, die primär dem Schutz von Privatanlegern dienen.

BaFin und ESMA

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ist die zuständige Aufsichtsbehörde für den Finanzmarkt in Deutschland. Auf europäischer Ebene hat die European Securities and Markets Authority (ESMA) im August 2018 weitreichende Produktinterventionsmaßnahmen für CFDs beschlossen, die anschließend von der BaFin in nationales Recht überführt wurden.

Hebelbeschränkungen

Die maximalen Hebel für Privatanleger wurden drastisch reduziert. Zuvor boten viele Broker Hebel von 1:200 oder sogar 1:500 an, was zu verheerenden Verlusten bei Kleinanlegern führte. Die heutigen Grenzen (1:30 für Hauptwährungspaare bis 1:2 für Kryptowährungen) stellen einen bedeutenden Schutzschild dar.

Nachschusspflichtverbot

Seit Mai 2017 hat die BaFin in Deutschland eine Allgemeinverfügung erlassen, die die Nachschusspflicht für CFDs verbietet. Das bedeutet: Privatanleger können maximal ihren Einsatz verlieren, aber nicht mehr. Broker müssen offene Positionen automatisch schließen (Margin Close-Out), bevor das Konto ins Negative rutscht. Diese Regelung war international wegweisend und wurde später von der ESMA auf die gesamte EU ausgeweitet.

Risikowarnungen

Alle CFD-Broker sind verpflichtet, standardisierte Risikowarnungen prominiert auf ihrer Website und in ihrer Werbung anzuzeigen. Diese müssen den prozentualen Anteil der Privatanlegerkonten benennen, die bei dem jeweiligen Anbieter Geld verlieren. Diese Transparenzpflicht hilft Anlegern, fundierte Entscheidungen zu treffen.

7. CFD-Trading Strategien für Einsteiger

Wer mit dem CFD-Handel beginnt, sollte nicht blind drauflos handeln, sondern sich mit bewährten Strategien und vor allem mit solidem Risikomanagement vertraut machen.

Risikomanagement als Fundament

Bevor Sie über Einstiegssignale oder Chartmuster nachdenken, sollte Risikomanagement Ihre oberste Priorität sein. Eine weit verbreitete Faustregel besagt, dass pro Trade nicht mehr als 1–2 % des gesamten Handelskapitals riskiert werden sollten. Bei einem Konto von 10.000 Euro würden Sie also maximal 100–200 Euro pro Trade riskieren. Dieser Ansatz stellt sicher, dass selbst eine Serie von Verlust-Trades Ihr Konto nicht existenziell gefährdet.

Stop-Loss konsequent nutzen

Ein Stop-Loss ist eine automatische Order, die Ihre Position schließt, wenn der Kurs ein bestimmtes Verlustlevel erreicht. Setzen Sie bei jeder einzelnen Position einen Stop-Loss und verschieben Sie ihn niemals weiter in den Verlust hinein. Viele erfahrene Trader nutzen darüber hinaus Trailing-Stops, die den Stop-Loss automatisch nachziehen, wenn sich der Kurs in die gewünschte Richtung bewegt — so werden Gewinne gesichert, ohne das Aufwärtspotenzial zu begrenzen.

Mit einem Demokonto beginnen

Nahezu jeder seriöse CFD-Broker bietet ein kostenloses Demokonto an, auf dem Sie mit virtuellem Kapital handeln können. Nutzen Sie diese Möglichkeit ausgiebig, bevor Sie echtes Geld einsetzen. Ein Demokonto ermöglicht es Ihnen, die Handelsplattform kennenzulernen, verschiedene Strategien zu testen und ein Gefühl für die Dynamik der Märkte zu entwickeln, ohne finanzielle Risiken einzugehen.

Trend-Following

Die Trendfolge-Strategie ist eine der einfachsten und gleichzeitig effektivsten Ansätze für Einsteiger. Die Grundidee: Identifizieren Sie einen bestehenden Trend und handeln Sie in dessen Richtung. Nutzen Sie gleitende Durchschnitte (z. B. den 50-Tage- und 200-Tage-Durchschnitt), um die Trendrichtung zu bestimmen. Kaufen Sie, wenn der kurzfristige Durchschnitt den langfristigen von unten nach oben kreuzt (Golden Cross), und verkaufen Sie bei einem umgekehrten Kreuzungssignal (Death Cross).

8. Häufige Fehler beim CFD-Handel

Die folgenden Fehler sind die häufigsten Gründe, warum Einsteiger im CFD-Handel scheitern. Wenn Sie diese vermeiden, sind Sie bereits besser aufgestellt als die Mehrheit der Privatanleger:

9. Fazit

Zusammenfassung

CFDs sind flexible, aber hochriskante Finanzinstrumente, die Zugang zu zahlreichen Märkten über eine einzige Plattform bieten. Die Hebelwirkung ermöglicht kapitaleffizientes Trading, verstärkt aber gleichermaßen Verluste. Die strengen EU-Regulierungen — insbesondere Hebelbeschränkungen und das Nachschusspflichtverbot — bieten einen wichtigen Grundschutz, ersetzen aber keinesfalls eigene Sorgfalt und Risikomanagement.

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Bildungszwecken und stellt keine Anlageberatung dar.